Armut in der City

Bei einer Ausgabe unserer „Gästekarten“ für das tägliche brot kam eine Frau
zu uns, Mitte 50 war sie. Durch eine Betriebsschließung hatte sie ihre langjährige Arbeitsstelle verloren. Nach fast vierzig Arbeitsjahren bleibt ihr heute nur noch eine kleine Unterstützung nach „Hartz IV“. Unter Tränen sagte uns diese Frau, wie sehr sie sich schäme, nun auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

Niemand braucht sich seiner Armut und Not zu schämen – doch viele Arme ziehen sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück, wissen oft nicht mehr Ein und Aus. Arbeitslosigkeit, Armut und finanzieller „Abstieg“ – dies trifft heutzutage viele Menschen, mitten unter uns und manchmal ohne dass wir ihnen Armut und Bedürftigkeit „ansehen“ können.

Mehr als 250 Menschen kommen mittlerweile jeden Samstag um 13:00 Uhr zur Lebensmittelausgabe das tägliche brot. Alte Menschen sind darunter, deren Rente nicht weit reicht; Familien mit Kindern, die mit ihrem geringen Einkommen nicht zurechtkommen. Die meisten fragen dabei nicht um das tägliche brot für sich allein an, sondern sorgen sich um Partner und Kinder. 


Vielfältig sind die Lebenswege und auch die Nöte von Menschen, deren berufliche Existenz zerbrach, deren persönliches Leben scheiterte, die unverschuldet in Not gerieten oder die in Abhängigkeiten Zuflucht suchten. Zum Monatsende, wenn das Geld nicht mehr reicht, steigt die Zahl der Gäste, die zu uns kommen deutlich an.


 

Verschuldung in Krefelder City

Fast jeder Dritte überschuldet

In der Krefelder Innenstadt ist fast jeder dritte Bewohner überschuldet. - In der Stadt leben knapp 200.000 Männer und Frauen, die volljährig sind. Fast 30.000 Einwohner können ihren finanziellen Verpflichtungen ohne Unterstützung von Freunden oder Angehörigen nicht nachkommen.